Seebestattung

Die Seebestattung ist eine besondere Form der Urnenbeisetzung. Grundvoraussetzung ist eine vorherige Feuerbestattung. Die Seebestattung bietet als alternative Begräbnisform die Möglichkeit, den Friedhofszwang innerhalb Deutschlands zu umgehen.

 

In Deutschland ist die Seebestattung seit Mitte der 30er Jahre grundsätzlich möglich, wird aber erst seit jüngster Zeit rechtlich als den klassischen Begräbnisformen gleichwertig betrachtet. Das Bestattungsrecht obliegt den Bundesländern und wird unterschiedlich gehandhabt. Die Bundesländer müssen der Seebestattung im Einzelfall zustimmen, also den/die Verstorbene(n) vom Friedhofszwang entbinden. Schleswig-Holstein betrachtet die Seebestattung als absolut gleichwertige Form der Bestattung, in Hamburg bedarf es eines formlosen Antrags, in Bayern ist z.B. ein umfangreicher Antrag nötig, der die Verbundenheit des Verstorbenen zur See glaubhaft darlegt. Gern sind wir von Bestattungen IHLENFELD Ihnen bei der formgerechten Antragsstellung gemäß den jeweiligen Anforderungen der Bundesländer behilflich.

Die Seebestattung erfolgt nur außerhalb der 3-Meilen-Zone in Gewässern, die für diesen Zweck ausdrücklich freigegeben wurden. Das sind i.d.R. Gebiete, die nicht von der Fischerei oder Wassersportlern genutzt werden und vom Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie als „rauer Grund“ bezeichnet werden. Gemäß den Richtlinien muss die Seeurne so beschaffen sein, dass sie nach der Beisetzung unmittelbar in der See versinkt. Auch muss sich das Material innerhalb von 24 Stunden im Wasser auflösen. Große Blumengestecke oder Kränze dürfen nicht mit der Urne zusammen dem Wasser übergeben werden. Ein kleiner Urnenschmuck ist allerdings möglich.

Eine Seebestattung kann im Beisein der Angehörigen erfolgen. Das Schiff steht dann der Trauergemeinde eines(r) einzigen Verstorbenen zur Verfügung. Die Angehörigen können an Bord für die Dauer der Fahrt an einer Kaffeetafel beisammensitzen und wenn das Schiff seine Position erreicht hat an Deck treten. Die Beisetzung erfolgt vom stillstehenden Schiff. Musik kann nach Wunsch gespielt werden. In einer seemännischen Zeremonie sagt der Kapitän ein paar Worte des Abschieds und übergibt die Urne dann der See, indem er sie behutsam an zwei Tauen über die Reling hinablässt. Die Beisetzungs-stelle wird i.d.R. durch ein kleines Blumengesteck markiert, das sich lange genug auf dem Wasser hält, um sie für die Dauer der Zeremonie nicht aus den Augen zu verlieren. Angehörige dürfen zusätzlich nur eine einzelne Blume oder Blütenblätter hinterher werfen. Das Schiff umrundet die Beisetzungsstelle drei Mal, ebenso lässt der Kapitän die Schiffsglocke drei Mal erklingen, dieses Glockenschlagen nennt sich „Glasen“. Die Position der Beisetzung wird in einer Seekarte festgehalten und zusammen mit einem Logbuchauszug des Schiffes an die Angehörigen übergeben.

Wir von Bestattungen IHLENFELD beraten Sie gerne in allen Fragen rund um die Seebestattung. Wir geben Preisauskünfte, nennen mögliche Abfahrtshäfen und erläutern den genauen Ablauf. Selbstverständlich sind wir bei der Erledigung sämtlicher Formalitäten behilflich incl. der formalen Anträge nach den Vorschriften der jeweiligen Bundesländer.

Bestattungen IHLENFELD hat jahrelange Erfahrung mit der Organisation von Seebestattungen vor allen Küstengebieten und auf den Weltmeeren. Die Seebestattung ist somit eine gute Alternative zur Friedhofsbeisetzung in einem Land, dem sich der/die Verstorbene verbunden gefühlt hat. Denn alle Gewässer fließen zusammen und man kann am Hamburger Hafen eines lieben Verwandten gedenken, der vor der Küste Afrikas oder Südamerikas beigesetzt wurde.

Viele Seebestattungsreedereien bieten alljährlich Gedenkfahrten an, die die Angehörigen noch einmal zum Beisetzungsort führen. Besondere Gedenkgottesdienste für Seebestattete finden jedes Jahr am 2. Sonntag im September statt, so in der Dankeskirche Kiel-Holtenau, der Inselkirche St. Nicolai zu Helgoland sowie zur Gottesdienstfahrt in der Lübecker Bucht. Hierzu sind alle Angehörigen der Verstorbenen sehr herzlich eingeladen. Ebenso finden sich an vielen Küstenstreifen spezielle Gedenksteine für die Verstorbenen, die auf See bestattet wurden. So zum Beispiel in Strucklahnungshörn auf der nordfriesischen Nordseeinsel Nordstrand oder an der Lübecker Steilküste, dem Brodtener Ufer.